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Empfehlenswertes Werkzeug

Wer sich mit Modellbahnen beschäftigt, muss Schmutz, Schräubchen und Schaltungen bändigen. Was braucht man dafür an Werkzeug? Ich empfehle meine Lieblingsstücke: Von Hausmitteln bis Profiwerkzeug ist alles dabei.

Werkzeug-Geheimtipps: Günstig und Gut

Du hast Pappe herumliegen? Reste von Versandkartons? Sehr gut! Das ist nämlich besser als jeder Schmutzradierer, um lange Fahrwege sauber zu bekommen: Ein Streifen von 2x8cm rausschneiden und in der Mitte falten – fertig! Mit etwas Druck über die Schiene fahren und weg sind Staub und Öl.

Zahnstocher und Schaschlikspieße aus Holz sind prima, um die Spalten am Kollektor des Motors zu reinigen.

Nimm eine weiche Zahnbürste, um empfindlichen Zungen und Herzstücke von Weichen zu reinigen. Dazu tauchst Du die Zahnbürste zuerst in SR24 oder Isopropylalkohol und fährst danach die zu reinigenden Stellen ab.

Verwende einen Pinsel mit festen, aber nicht zu steifen Borsten, um nach Bohren oder Fräsen Späne bzw. Staub zu entfernen.

Kleine (!) Streifen doppelseitiges Klebeband eignen sich, um Gleismaterial provisorisch zu befestigen. Viele Bahner schwören darauf, um Gleise permanent zu befestigen und einzuschottern. Damit kannst Du Dir Leimorgien ersparen.

Vielleicht findest Du auch Stoffservietten aus Baumwolle bzw. Damast. Die Tücher franzen und fusseln nicht, sind dicht verwoben und sind günstig. Ich liebe sie, um Öl und Schmutz aufzuwischen, Bauteile zu trocknen oder darauf abzulegen.

Feinmechaniker-Werkzeug

Schraubendreher

Schraubenzieher oder -dreher finden sich in jeder Werkstatt. Damit Du die kleinen Schraubenköpfe nicht beschädigst, solltest Di Dir einen hochwertigen Satz Feinmechaniker Werkzeug zulegen.

Ich verwende einen Werkzeugsatz von Xiaomi und am häufigsten die 2mm Bits. Die greifen gut und die Aufbewahrung ist aus Metall.

Pipetten

Bevor ich den Reinigungswagen einsetze, träufle ich mit einer kleinen Pipette etwas SR24 oder Isopropylalkohol auf das Reinigungsflies. Aber nicht zu viel, sonst verliert das Flies noch seine Form!

Eine große Pipette nutze ich zur Leerung des Lokbades.

Skalpell

Ein Skalpell zum Nacharbeiten von Kunststoffteilen oder Holz ist immer eine gute Investition. Ich rate Dir von billigem China-Werkzeug allerdings ab: Sind die Klingen okay, hapert es meist bei der Klingenfassung. Die ist nämlich oft aus Kunststoff…

Ich empfehle Dir das Skalpell von Wedo – es sieht zwar wie Bastelzubehör für Kinder aus, hat aber einen angenehm griffigen Kunststoffgriff, eine Metallfassung und Wechselklingen. Die Schutzkappe sitzt ordentlich und günstig ist das Skalpell ebenfalls.

Werkzeug für die Modellbahnelektrik

Seitenschneider

Jahrelang habe ich mit „normalen“ Seitenschneidern gearbeitet – seit ich auf die kleine Elektrikversion setze, ist mein Leben ein bisschen besser geworden.

Mit der abgewinkelten Spitze kommt man auch ins letzte Eck und da die Schneide plan auf Untergrund aufliegen kann, sind bündige Schnitte möglich, die gut aussehen.

Multimeter

Wer ohne Belegtmelder, Blöcke und Booster arbeitet, fragt sich wahrscheinlich nie, ob die Gleise leiten oder nicht und ob die Isolation in Form von Trennlaschen funktioniert.

Mein Multimeter war schon oft im Einsatz für oben beschriebene Zwecke. Aber auch um Motoren und Widerstände durchzumessen oder Kurzschlüsse an bzw. in der Lok zu finden.

Wago-Klemmen

Lüsterklemmen sind praktisch, aber recht klobig. Wer gerne flexibel und platzsparend arbeitet, wird Wagoklemmen lieben. Die gibt es in der günstigen Klemmvariante mit Widerhaken und mit Kippklemme, die sich einfach wieder lösen lässt – ohne Schraubenzieher.

Justierbare Ab-Isolierzange

Eine weitere Selbstverständlichkeit sind Ab-Isolierzangen oder sogenannte Entmanteler. Die Modellbahnkabel glänzen mit kleinen Querschnitten.

Deshalb ist eine justierbare Zange lohnenswert. Du kannst exakt den Querschnitt der Litze einstellen, damit beim Entfernen der Isolierung kein Draht zu viel gekappt wird.

Kein Werkzeug, trotzdem wichtig:

Ölstift

Zu viel Öl in den feinen Z Getrieben ist nicht gut und versaut die Gleise – zu wenig beschädigt die filigrane Mechanik.

Um genau zu dosieren hilft Dir ein Ölstift. Entscheidender ist aber, welches Öl Du verwendest. Es sollte nicht harzen und sehr flüssig sein. Märklin-Öl hat interessanterweise nicht den besten Ruf.

Ich setze auf Nigrin Feinöl – das funktioniert für mich prima! Das Öl im Stift habe ich entsorgt und das von Nigrin eingefüllt. Die recht große Flasche hat eine Dosierspitze.

Ölstifte lagere ich stehend, gerade feines Öl tropft gerne aus der Metallspitze in den Deckel. Bäh!

SR 24 Dampföl

Ein Tropfen Dampföl, und man kann Dinge super reinigen. Ein Bad in Dampföl und der Motor bringt verharzte Getriebeteile wieder zum Schnurren.

ABER: Dampföl ist ein Reinigungsöl, das bei Zimmertemperatur rückstandsfrei verdampft. Es schmiert nicht und ersetzt das Feinöl in keinster Weise!

Nach dem Baden einer Lok finden sich feinste Schmutzpartikel in der Flüssigkeit. Am besten durch ein festes Tuch in ein großes Gurkenglas abseihen und wieder verwenden. Bloß nicht wegschütten!

Isopropyl-Alkohol 99,9%

Ganz wunderbar eignet nicht auch Isopropylalkohol zur Fettentfernung. Das Zeug ist gut, dass es Farben und Lacke löst und Kunststoff weich macht. Also weit weg von Kunstoffteilen Deiner Loks und Wagons!

Ordnungssystem

Spur Z Modelle bestehen aus vielen winzigen Bauteilen. Du brauchst auf jeden Fall ein Ordnungssystem zur Aufbewahrung von Ersatzteilen.

Ein Setzkasten ist gut, kleine Boxen taugen auch dazu. Ich verwende kleine transparente Kunststoffdosen mit Schraubdeckel aus dem Kosmetikzubehör. Da sehe ich von oben schon, was drin ist und kompakt ist das auch.

Aufgleishilfe

Eine kleine rote Kunststofframpe, die es um Einiges einfacher macht, Loks und Wagons aufs Gleis zu bringen: Die offizielle Aufgleishilfe von Märklin.

Gerade Loks, Triebwagen oder Wagons mit Drehgestellen sind wesentlich schwerer in der Handhabung. Das Aufgleisen ist besonders fehleranfällig, denn je nach Örtlichkeit hat man nicht unbedingt Zugang zum Gleis für eine Prüfung der Aufsetzperspektive.

Löt-Werkzeug

Lötkolben

Es gibt ganze Bücher zu Lötkolben. Mich hat löten immer frustriert, bis ich mir einen ordentlichen Lötkolben zugelegt habe.

Der TS90P sieht niedlich aus, beeindruckt aber mit ordentlich Power, Elektronikregelung und kompakten Abmessungen. Außerdem kann das Betriebssystem bzw. die Firmware über den USB Anschluss aktualisiert und sogar gegen eine Open Source Custom Firmware (CFW) getauscht werden.

Die CFW bringt nochmal mehr Einstellungen und die Unterstützung für deutsche Texte mit. Sehr cooles Teil – sogar das Bootlogo kann getauscht werden…

Nicht an der falschen Stelle sparen! Du solltest schon so um die 80-90€ dafür ausgeben, um nicht nur das Basisgerät zu erhalten. Im größeren Paket ist auch gleich ein Netzteil mit Silikon USB Kabel (verkokelt nicht gleich) und eine Ablage dabei.

Lötkolbenzubehör

Die Spitzen sind übrigens easy wechselbar – das ist der Hauptunterschied zum TS80 und TS100. Enthalten ist die Spitze B02 – diese ist okay; mehr Spaß macht es aber mit den Spitzen D25 und K04. Die haben eine größere Auflagefläche. Will heißen: Lot wird schneller flüssig.

Außerdem brauchst Du zum ordentlichen Löten eine Entlötpumpe, eine Sauglitze und einen Flussmittelstift. Den Reinigungsschwamm kannst Du übrigens in die Tonne befördern – arbeite lieber mit Reinigungswolle.

Kreuzpinzette

Wer lötet, lötet oft allein und braucht eine dritte Hand. Mir sind die üblichen Vertreter mit Armen und Klemmen zu klobig und unflexibel.

Ich arbeite lieber mit Kreuzpinzetten: Die funktioniert umgekehrt. Bei Druck öffnen sie sich und wenn man sie loslässt schließen sie sich. Und das auf kleinstem Raum – klasse!

2 Gedanken zu „Empfehlenswertes Werkzeug“

  1. Pingback: Die Herausforderung? Der Maßstab! - Spur Z

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